Ein Mann, der für die Arbeiterbewegung geschaffen ist

Mit dem 30.12.2004 ist Stefan Engel 25 Jahre Parteivorsitzender der MLPD. Zu diesem Anlass wurde eine Genossin aus Gelsenkirchen interviewt:

Was war dein erster Eindruck von Stefan?

Ich habe damals Stefan bei seinen Vorträgen in der Gesamtschule kennen gelernt, die Vorträge fand ich immer ganz lehrreich, man konnte sich dadurch auch schon verändern, auch wenn man nicht in der Partei war. Und ich bin da immer gerne hingegangen. Von da an habe ich mich mehr damit befasst, weil ich gemerkt habe, dass  das auf meiner Wellenlänge ist von meiner Erziehung her. Wir sind ziemlich ärmlich aufgewachsen, damals hat man Solidarität großgeschrieben, das ist heute anders. Ich finde, der Stefan strahlt so ein Vertauen und eine Ruhe aus, wie er auf die Leute zugeht und das hat mir einfach imponiert. 
Ich wusste wohl, dass er Parteivorsitzender ist, ich hab ihn nie als so einen wie die anderen angesehen, er ist einfach menschlich, er ist nicht so wie die Tünnesse von Politikern. Damit  kann man den Stefan nicht vergleichen. Ich finde einfach, das ist ein Mann, der für die Arbeiterbewegung geschaffen ist; um den Leuten beizubringen, dass man auch selbst kämpfen muss, und selbst was erreichen muss. Und der hat mir viel Mut gegeben. Ich kam immer ein Stückchen weiter durch solche Vorträge.
Ich bin der Meinung, dass man immer mit Stefan sprechen kann.  In der Form hat er sich in den 10 Jahren  nicht verändert. Natürlich ist er älter geworden. Am Anfang bin ich auch nicht so auf ihn zugegangen. Er ist ganz natürlich, der redet zu dir als Freund, als Kollege. Nicht so wie die hochnäsigen Politiker, die sich vom Volk fernhalten. Man kann sich zu jeder Zeit einen Rat holen, das finde ich sehr wichtig.
 
Was hat sich in deinem Leben durch die Bekanntschaft mit Stefan verändert?

Ich versuche mich weiterhin zu verändern. Früher war ich oft launisch, ich fühlte mich gleich angegriffen, war immer am Heulen und so. Ich hab gelernt, stärker zu werden, dass man die Dinge anders anpacken kann.
Stefan ist ein strenger aber auch feinfühliger Lehrer. Vorher hatte ich mich nicht mit dem Marxismus beschäftigt. Zum ersten Mal habe ich jetzt den RW 27 durchgelesen und den RW 28 angefangen. Ich bin überhaupt nicht fürs Lesen. Aber es hat mich einfach gereizt, auch mitzusprechen – wie die anderen Genossinnen und Genossen. Ich gehe eigentlich immer mehr vom Gefühl an die Sachen ran, aber ich verbinde nicht immer das Denken mit dem Gefühl. Stefans Vorträgen höre ich einfach gerne zu, da kriegt man einen ganz andern Sinn dafür, diesen Sachen nachzugehen.

Wie wurde durch die Bekanntschaft  mit Stefan dein Handeln verändert?

Wenn ich früher für Courage oder die Frauengruppe „auf Draht“ aktiv war, haben andere manchmal gesagt, „Das ist MLPD, da wollen wir nichts mit zu tun haben“. Für mich war die MLPD immer eine gute Sache, ich hab immer gelernt von Leuten aus der MLPD. Die Welt ändert sich und die Leute, die ändern sich. Man muss versuchen, sich nicht anzupassen, man muss Prinzipien haben, das ist wichtig. Das ist für mich das A und O.  Das habe ich gelernt. Dass man sich an Prinzipien halten muss. Denn sonst herrscht Chaos.
Man muss aber auch versuchen, die Leute, die noch nicht aktiv sind, auf diesen Weg zu bringen. 
Gestern noch habe ich zu einer Frau gesagt, die in der Frühförderung für meinen Enkel ist, das Buch: „Die Götterdämmerung“ wäre toll. Das  sollte sie sich auch mal zulegen, und darin rumblättern. Die kam aus einem sogenannten „kommunistischen“ Land, ich glaub aus Polen. Und die hat mir gesagt, sie wäre auch immer sehr neugierig. Die kommt immer zu mir nach Hause, erst gestern habe ich wieder mit ihr darüber gesprochen. Ich würde nie verleugnen, das ich in der MLPD bin, damit habe ich kein Problem.

Vielen Dank für dieses Gespräch!

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