Lebenslauf von Stefan Engel

Passfoto Stefan Engel wurde am 7.3.1954 in der nordbayrischen Kleinstadt Neustadt bei Coburg geboren. Sein Vater war Schichtarbeiter in einem großen Metallbetrieb, seine Mutter Bürokauffrau. Aufgewachsen ist er in der Werkssiedlung eines großen Metallbetriebs als zweites von drei Kindern.


Nach vier Jahren Volksschule besuchte er sechs Jahre das Arnoldgymnasium in Neustadt, das er nach der Mittleren Reife verließ. Im Zusammenhang mit einer Lehre als Betriebsschlosser erwarb er die Fachhochschulreife. Nach der politisch motivierten Nichtübernahme nach der Lehre in einem Industriebetrieb in Rödental war er u.a. als kämpferischer Jugendvertretungsvorsitzender in verschiedenen Industriebetrieben im Coburger Raum, in Nürnberg und Gelsenkirchen tätig. Zur Selbstfinanzierung seiner politischen Tätigkeit als Vorsitzender der MLPD arbeitet er heute als freier Publizist.
Seit 1977 lebt er in Gelsenkirchen.

Sein politischer Werdegang begann 1968 in einer Schüler/Lehrlingsgruppe in Neustadt, die sich in intensiven Diskussionen immer mehr dem Marxismus-Leninismus näherte. 1971 wurde sie zu einer Ortsgruppe der RJ/ML (Vorläuferorganisation des Jugendverbands RJVD bzw. des REBELL). Hier war er insbesondere in der Kleinarbeit an der Basis tätig. Er bekleidete Funktionen wie Literatur- und Kassenverantwortlicher oder auch Verantwortlicher für die Schülerarbeit, solange er selbst noch an der Schule war. Er zeichnete sich durch eine große Überzeugungskraft und Organisationstalent aus, wodurch er persönlich viele Jugendliche organisieren konnte.

1975 wurde er in die Verbandsleitung des RJVD gewählt. Dort erwartete ihn ein heftiger ideologischer Kampf einer sektiererischen Linie um Günter Jacob, die aus dem RJVD (Vorläuferorganisation des REBELL) und dem KABD (Vorläuferorganisation der MLPD) einen sektiererischen Propagandaverein machen wollten, abgehoben vom Leben und Kampf der Arbeiterklasse und der breiten Massen. Nach der Überwindung des Jacob-Liquidatorentums 1976 wurde Stefan Engel Anfang 1977 zum Vorsitzenden und Politischen Leiter der Verbandsleitung des RJVD gewählt. Infolge dieser Funktion musste er am 12. März 1977 ins Ruhrgebiet umziehen, wo er zunächst in einem Gelsenkirchener Metallbetrieb als Automateneinrichter und Schlosser beschäftigt war.

1975 wurde er Mitglied des KABD. 1978 wurde er funktionsbedingt als Vertreter des RJVD in die Zentrale Leitung des KABD kooptiert. Anfang 1979 schied er aus dem RJVD aus und wurde in die politische Führung des KABD gewählt. Nach dem 4. Zentralen Delegiertentag des KABD im Dezember 1979 wurde er am 30.12.1979 zum Politischen Leiter der Zentralen Leitung des KABD gewählt. Unter seiner persönlichen Führung wurde die unmittelbare Gründung der MLPD vorbereitet und im Juni 1982 durchgeführt.

Nach allen acht Parteitagen wurde er einstimmig als Parteivorsitzender wieder gewählt. Die kontinuierliche Entwicklung der MLPD ist eng mit der Person Stefan Engel verbunden.

Ein besonderes Feingefühl entwickelte Stefan Engel bei der Vorbereitung, Auslösung und Führung von Arbeiterkämpfen. 1980 leitete er persönlich die unmittelbare Parteiarbeit zum Reichsbahnerstreik in Berlin und war auch unmittelbar als Berater der Streikleitung tätig. 1988 leitete er unmittelbar die Parteiarbeit des Stahlarbeiterkampfs in Rheinhausen. 1997 leitete er die Parteiarbeit zum Bergarbeiterstreik, der am 7. März auf Zeche Hugo begann, sich auf alle Zechen ausbreitete und sechs Tage lang 130.000 Beschäftigte einbezog. Er leitete unmittelbar die Parteiarbeit zum Opel-Streik im Oktober 2004 und war hier auch als persönlicher Berater der Streikenden aktiv tätig. Seit 5 Jahren ist er Aktivist der Montagsdemonstrationsbewegung gegen Hartz IV und die Agenda 2010.

Eine wichtige Prägung bekam Stefan Engel durch seine enge Zusammenarbeit mit Willi Dickhut zwischen 1977 und 1992. Mindestens einmal monatlich kam es zu ausführlichen Treffen mit Willi Dickhut, bei denen die theoretische Arbeit und verschiedene praktische Probleme des Parteiaufbaus und des Klassenkampfs beraten und geklärt wurden. Insbesondere die enge Einheit von Theorie und Praxis, von Leitungstätigkeit und Kleinarbeit an der Basis, von kämpferischer Grundeinstellung und schöpferischem Denken, Fühlen und Handeln konnte er unter dem Einfluss von Willi Dickhut herausbilden. Er besitzt eine ausgeprägte Fähigkeit, von anderen zu lernen und auf dieser Grundlage seine Führungsqualität herauszubilden.

Schritt für Schritt erlernte er die theoretische Arbeit unter Anleitung von Willi Dickhut. Seine ersten Erfahrungen sammelte er mit der Ausarbeitung des Entwurfs des Parteiprogramms für die Gründung der MLPD. Ab der Nr. 23 des theoretischen Organs REVOLUTIONÄRER WEG leistete er eigene Beiträge zur Ausarbeitung und Weiterentwicklung der ideologisch-politischen Linie der MLPD. Nach Willi Dickhuts Tod 1992 übernahm Stefan Engel die Leitung des theoretischen Organs REVOLUTIONÄRER WEG. Seitdem erschienen sechs Nummern des theoretischen Organs: 1993 der RW 25 "Der Neokolonialismus und die Veränderungen im nationalen Befreiungskampf", 1995 der RW 26 "Der Kampf um die Denkweise in der Arbeiterbewegung", 1999/2000 der RW 27/28 "Der Klassenkampf und der Kampf um die Befreiung der Frau", 2003 der RW 29-31 "Die Neuorganisation der internationalen Produktion".

Seit Anfang der 1990er Jahre befasste er sich intensiv mit der Erlernung und Praktizierung der dialektisch-materialistischen Methode. Er erarbeitete dazu Seminare und Kurse aus und befasste sich insbesondere damit, wie man die dialektische Methode erlernen kann. An den Seminaren zur Erlernung der dialektischen Methode im Arbeiterbildungszentrum haben sich inzwischen über 7.500 Kollegen, Freunde und Genossen beteiligt. Es wurde insbesondere die Methode entwickelt, die dialektische Methode direkt in der Auseinandersetzung mit metaphysischen und idealistischen Denkmustern im Denken, Fühlen und Handeln der Seminarteilnehmer zu erlernen. Stefan Engel gilt allgemein als sehr überzeugend bei der Vermittlung auch kompliziertester Probleme des Marxismus-Leninismus. Eine große Stärke ist auch seine Fähigkeit zur Popularisierung des Marxismus-Leninismus, ohne dabei theoretisch zu verflachen.

Er gilt als mitreißender und überzeugender Redner. Seine Veranstaltungen sind im Allgemeinen sehr gut besucht. Große Erfahrungen besitzt er auch in der freien Diskussion oder bei der Leitung von Versammlungen.

Kommunalpolitisch hat Stefan Engel bei dem Projekt des Personenwahlbündnisses AUF Gelsenkirchen von Anfang an mitgearbeitet. Er kann gut mit Personen anderer Weltanschauung, parteipolitischer Bindung und Lebensauffassung auf der Grundlage des gemeinsamen Kampfs zusammenarbeiten. Seit 1999 arbeitet er im Auftrag dieses Personenwahlbündnisses im Wirtschaftsförderungsausschuss der Stadt als sachkundiger Bürger mit. Dort führt er insbesondere eine Kritik an dem gescheiterten "Strukturwandel" und der Untauglichkeit der bürgerlichen Wirtschaftsförderung, der Verschwendung von Steuergeldern wie beim Hans-Sachs-Haus Skandal und dem Großprojekten wie beim Großmarkt. Er macht konstruktive Vorschläge zur wirklichen Verbesserung der sozialen Lage der Menschen in Gelsenkirchen.

Seit Ende der 1980er Jahre wurde er mehr und mehr international tätig. Auf seine Initiative hin wurde die Internationale Konferenz Marxistisch-Leninistischer Parteien und Organisationen ins Leben gerufen. Diese hat sich seitdem Stück für Stück zu einem festen, regelmäßigen, alle zwei bis drei Jahre stattfindenden internationalen Treffen mit 38 marxistisch-leninistischen Parteien und Organisationen weiterentwickelt. Stefan Engel arbeitete von Anfang in der Joint Coordinating Group der Internationalen Konferenz mit, der er viele Jahre persönlich vorsaß. Im Rahmen dieser politischen Tätigkeit machte er mehrere Reisen nach Lateinamerika und auf den indischen Subkontinent. Dabei lernte er viel für die eigene Parteiarbeit und trug auch dazu bei, die Einheit der internationalen marxistisch-leninistischen und Arbeiterbewegung voranzubringen.

Heute konzentriert er sich auf die weltweite Moderierung und Koordinierung zur Vorbereitung der Gründung einer weltweiten Organisation.

Stefan Engel ist nicht nur ein glühender Internationalist, sondern auch ein exzellenter Kenner der internationalen marxistisch-leninistischen und Arbeiterbewegung, ihrer Probleme, ihrer Stärken und Schwächen. Er genießt in der internationalen marxistisch-leninistischen und Arbeiterbewegung ein hohes Ansehen, übrigens auch bei solchen Parteien, die ideologisch-politisch mit der MLPD noch nicht so übereinstimmen.

Er repräsentiert persönlich eine bestimmte Prägung der MLPD als Partei neuen Typs, der engen Verbundenheit mit den Massen, des neuen Typs des marxistisch-leninistischen Funktionärs, der immer schöpferischen Tätigkeit.

In jüngster Zeit ist die Arbeit Stefan Engels eng verbunden mit der Weiterentwicklung der Lehre von der Denkweise und ihrer konkreten Aneignung und Umsetzung in Parteiaufbau und Klassenkampf sowie mit der Analyse der Neuorganisation der internationalen Produktion, die seit den 1990er Jahre zu einer neuen Entwicklung im Imperialismus geführt hat. Auf internationalem Gebiet drängt er darauf, den Parteiaufbau in den Mittelpunkt zu stellen und diesen Parteiaufbau zwischen den Ländern enger miteinander zu verbinden.

Zur Bundestagswahl 2009 wurde er zum Spitzenkandidaten der MLPD auf Platz 2 gewählt und ist Direktkandidat in Gelsenkirchen. Er hat der jungen Genossin Gabi Gärtner auf Listenplatz 1 den Vortritt gegeben. 

Artikelaktionen