Wissenschaftliche Polemik in der theoretischen Arbeit (Teil IV)

»Rote-Fahne«-Artikel-Reihe zur proletarischen Streitkultur, Teil IV

streitkultur4.jpgDie letzte Ausgabe der »Roten Fahne« veröffentlichte einen Artikel von Stefan Engel zur Bedeutung der wissenschaftlichen Polemik. Er behandelte verschiedene allgemeine Merkmale der wissenschaftlichen Polemik. Er wies aber zugleich darauf hin, dass die Polemik auf jedem Gebiet ihre Besonderheiten hat, die beachtet werden müssen: »Eine Polemik in der Agitation und Propaganda wirkt oft dadurch, dass Fragen nur angerissen werden oder indem bewusst übertrieben oder krass gegenübergestellt wird. In der theoretischen Arbeit muss der wissenschaftliche Nachweis, das Zerpflücken der gegnerischen Linie bis zu Ende erfolgen, hier ist auch bei der Polemik große Nüchternheit nötig. In der Kaderarbeit spielen z.B. die Gefühle eine besondere Rolle.« (»Rote Fahne« 30/2002, S. 14)

In dieser Ausgabe dokumentieren wir eine Auseinandersetzung zur wissenschaftlichen Polemik auf dem Gebiet der theoretischen Arbeit.

Zum Entwurf einer Polemik gegen die verschiedenen Varianten der bürgerlichen und kleinbürgerlichen Globalisierungstheorien schrieb Stefan Engel an einen Mitarbeiter der Redaktion REVOLUTIONÄRER WEG:

»Du neigst dazu, die verwendeten bürgerlichen oder kleinbürgerlichen Zitate für sich stehen zu lassen, statt sie mit einer wissenschaftlichen Polemik zu versehen. Du hast zwar ansatzweise eine Polemik entwickelt, diese erscheint mir jedoch etwas leblos und wenig überzeugend. Überhaupt meine ich, dass dein Abschnitt, der den Höhepunkt des Streits mit den bürgerlichen und kleinbürgerlichen Globalisierungstheorien darstellen soll, dem Streit tendenziell aus dem Weg geht und durch einige gescheite Kommentare ersetzt. Der Kommentar unterscheidet sich von der wissenschaftlichen Polemik gerade darin, dass er über ein Problem redet, statt in die direkte Auseinandersetzung mit den Vertretern dieser oder jener Auffassung einzutreten. So wichtig das Mittel des Kommentars auch sein kann, so abträglich ist es dem Auftrag einer Streitschrift, wenn es die Polemik ersetzt. (...)

Gerade die grundsätzlichen Ausführungen klingen eher dogmatisch, weil sie nicht aus dem Text und der lebendigen Auseinandersetzung heraus entwickelt wurden. Das ist die wichtigste Aufgabe der wissenschaftlichen Polemik, immer wieder neue überzeugende Argumente zur Verbreitung unserer marxistisch-leninistischen Grundanschauungen zu entwickeln und dadurch die Überlegenheit der proletarischen Denkweise im Kampf gegen die kleinbürgerliche Denkweise im Meinungsstreit zu organisieren.«

(Hervorhebungen »Rote-Fahne«-Redaktion)

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